Nr. 60i
o. D.
Richtlinien des Landesparteienblocks zur Aufnahme in die zugelassenen Parteien

Richtlinien für die Aufnahme in die Partei . Die Richtlinien wurden offenkundig v. der KPD entworfen u. v. den anderen Parteien übernommen.
Neben der Registrierung der alten Parteimitglieder, die aus Illegalität, Zuchthäuser, Konzentrationslager und Emigration kommen, müssen fortschittliche und erprobte Antifaschisten aus allen Schichten des werktätigen Volkes als neue Mitglieder für die Partei gewonnen werden.Die Werbung und Aufnahme neuer Parteimitglieder muß mit größter Verantwortung und Sorgfalt durchgeführt werden. Nur bei genauester und gewissenhaftester Prüfung kann verhindert werden, dass sich faschistische Elemente und Verräter in die Partei einschleichen.
Wer kann Mitglied der Partei werden ?
a) Die Registrierung der bisherigen Mitglieder erfolgt ohne Verzug. Es ist notwendig, dass das Verhalten jedes einzelnen Genossen während der Illegalität durch die Parteileitungen überprüft werden muss.b) Aufgenommen kann werden, wer nicht Mitglied der NSDAP war und sich während des Naziregimes politisch und moralisch einwandfrei verhalten hat. Jeder Antragsteller muss den Beweis für sein Verhalten bringen.c) Wer Mitglied der NSDAP war, kann nicht in die Partei aufgenommen werden.d) Wer Mitglied der NSDAP war, und den Nachweis erbringen kann, dass er aktiv gearbeitet und so mit beigetragen hat den Nazismus zu schwächen, kann in die Partei aufgenommen werden.e) Es gibt auch solche Antragsteller die nicht Mitglied der NSDAP waren, aber den Nazismus aktiv bei seinen verbrecherischen Handlungen unterstützt haben, oder auch der Nachweis erbracht wird, dass sie Antifaschisten denunziert haben, oder sich auch sonst als Aktivisten für die Nazis propagandistisch betätigt haben. Auch in diesenFällen sind die Aufnahmen abzulehnen.
Wolf Walter Wolf (KPD). Brack Gustav Brack (SPD). Zumhasch Felix Zumhasch (DP / LDP). Müller Aloys Müller (CDU), Sekretär des Landesparteienblocks.

Quelle: Landesarchiv Thüringen – Hauptstaatsarchiv Weimar, Bezirksparteiarchiv der SED Erfurt, V/6/14-002, n. fol. (ms. Ausfertigung).